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Kaltstart, dann heissgelaufen: 19:5-Rekordsieg bei WaSa

Was für eine Torflut in St. Gallen! Der SV Wiler-Ersigen schlägt WaSa gleich mit 19:5 und erzielt damit so viele Treffer wie noch nie zuvor in einem Meisterschaftsspiel. Dabei ging die Startphase mit zwei frühen Gegentoren zunächst ordentlich daneben. Danach liess der Rekordmeister aber die Maschinerie laufen und verteidigte mit einer eindrücklichen Offensivdemonstration souverän die Leaderposition.

Der Gameplan war klar: SVWE wollte die St. Galler mit hohem Pressing früh unter Druck setzen und das Spiel von Beginn weg an sich reissen. Doch genau dieser Plan ging zunächst nach hinten los. WaSa nutzte die Räume hinter der hochstehenden Wiler Defensive und konterte den Leader zweimal eiskalt aus. Nach nicht einmal sechs Minuten lag der Favorit mit 0:2 zurück.

Torhungriger Martinjas und Co. drehen die Partie

Doch die Reaktion folgte prompt. Und verantwortlich dafür war insbesondere die dritte Linie. Jamie Martinjas leitete die Wende mit seinen beiden Treffern zum 1:2 und 2:2 ein. Danach traf Yannis Wyss zur erstmaligen Führung, ehe ein Tor für ganz besondere Emotionen sorgte: Amelio Tambini erzielte das 4:2. Für den Verteidiger war dies weit mehr als einfach ein weiterer Treffer in einer immer einseitiger werdenden Partie. Nach einem Kreuzbandriss war Tambini über ein Jahr ausgefallen. Nun stand er erstmals wieder in der Startaufstellung und belohnte seine lange Rückkehr mit einem eigenen Tor. Die dritte Linie hatte innerhalb von nur sechs Minuten aus einem 0:2 ein 4:2 gemacht. Sie gab damit den Startschuss zu einer Offensivshow, wie man sie beim SVWE selbst in vielen erfolgreichen Jahren nur selten gesehen hat. Bis zur ersten Pause erhöhten Deny Känzig und Marco Louis auf 6:2.

Aus dem Chancenplus werden diesmal Tore

Wer eine Woche zuvor den 2:1-Minimalsieg in Malans gesehen hatte, bekam diesmal praktisch das Gegenstück präsentiert. Bereits in Malans hatte sich Wiler-Ersigen zahlreiche Abschlüsse erarbeitet, musste aber bis zur 59. Minute auf den erlösenden Siegtreffer warten. In St. Gallen war die Effizienz eine völlig andere. Auch nach der ersten Pause hielt der Leader das Tempo hoch. Cédric Buri, zweimal Deny Känzig, Jamie Martinjas, Pēteris Trekše und Tim Döbeli erhöhten bis zur zweiten Pause auf 12:4.

Einmal mehr auffällig war Cédric Buri.  Der Youngster steht nach seinem Doppelpack nun schon bei fünf Saisontoren nach sechs Spielen in seiner ersten vollen LUPL-Saison. Eine bemerkenswerte offensive Ausbeute. Noch einen drauf setzte Deny Känzig: Der routinierte Flügel erzielte gleich vier Tore (dazu 1 Assist) und war damit der erfolgreichste Torschütze des Abends. Jamie Martinjas steuerte drei Treffer und zwei Assists bei und wurde mit ebenfalls fünf Skorerpunkten verdient «bestplayer»..

Auch bei 12:4 kein Zurücklehnen
Bemerkenswert war aber nicht nur die Anzahl Tore. Der SVWE zog sein Pressing praktisch über die gesamte Spielzeit durch. Trotz deutlicher Führung wurde weiter früh gestört und der Gegner zu Fehlern gezwungen. So wurde aus dem 12:4 nach 40 Minuten im Schlussabschnitt endgültig eine Gala. Buri, Wyss, Laubscher, Schmid, Döbeli, Känzig und Trekše sorgten für sieben weitere Wiler Treffer. Zwei davon fielen sogar in den letzten 17 Sekunden.
Bei aller Freude über die Torflut gab es dennoch Punkte, die einer kritischen Betrachtung standhalten müssen. Dazu gehörten die Special Teams. WaSa gelangen zwei Powerplay-Treffer, während auch SVWE Möglichkeiten liegen liess. Auch die zweite Linie um Neuverpflichtung Pēteris Trekše hat momentan nicht mehr ganz jene Durchschlagskraft, die sie zu Saisonbeginn ausgezeichnet hatte. Dass Trekše am Ende dennoch zweimal traf, zeigt allerdings auch die Breite dieser Mannschaft. Denn genau darin lag eine der grossen Wiler Stärken an diesem Abend: Die Tore verteilten sich auf zahlreiche Schultern.

Eine historische Marke – und endlich wieder ein Heimspiel

Am Ende stand ein 19:5, und damit aus Wiler Sicht ein Resultat mit historischem Charakter. Noch nie hatte SVWE in einem Meisterschaftsspiel 19 Tore erzielt. Auch gegen WaSa sind die 19 Treffer eine neue Bestmarke. Der höchste Sieg gegen die Ostschweizer gemessen an der Tordifferenz bleibt allerdings das 17:2 aus dem Jahr 2022.

Nach dem missglückten Start darf deshalb vor allem die Reaktion gefallen. Wiler-Ersigen liess sich vom frühen 0:2 nicht aus dem Konzept bringen, hielt am hohen Pressing fest und spielte seine offensive Qualität anschliessend gnadenlos aus.

19 Tore, ein Vierfach-Torschütze, ein Dreifach-Torschütze, Tambinis emotionales Comeback-Tor und die souverän verteidigte Leaderposition: Aus einem Kaltstart wurde ein Abend für die SVWE-Geschichtsbücher. Und kommenden Samstag trifft der SVWE nach vier Auftritten in der fremde endlich wieder einmal zuhause an: Zu Gast in der Grossmatt (17 Uhr)  zum Halloween-Special  ist der Aufsteiger Kloten-Bülach Jets

WaSa – SV Wiler-Ersigen 5:19 (2:6, 2:6, 1:7)

Tore: 1. Honkaniemi (Huwiler) 1:0. 6. Chiplunkar (Zukal) 2:0. 7. Martinjas (Oberli) 2:1. 10. Martinjas (Wyss) 2:2. 12. Wyss (Tambini) 2:3. 12. Tambini (Wyss) 2:4. 13. Känzig (Döbeli) 2:5. 14. Louis (Schmid) 2:6. 20. Honkaniemi (Vuoristo) 3:6. 23. Buri (Wyss) 3:7. 23. Känzig (Döbeli) 3:8. 24. Känzig (Döbeli) 3:9. 26. Martinjas (Wyss) 3:10. 30. Trekše (Martinjas) 3:11. 39. Döbeli (Hollenstein) 3:12. 40. Huwiler (Honkaniemi) 4:12. 43. Buri (Martinjas) 4:13. 47. Wyss (Martinjas) 4:14. 51. Laubscher (Louis) 4:15. 54. Schmid (Ziehli) 4:16. 57. Döbeli (Känzig) 4:17. 58. Zukal (Bachmann) 5:17. 60. Känzig (Döbeli) 5:18. 60. Trekše (Louis) 5:19.

Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen WaSa. 3-mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen.

Bemerkungen: SVWE mit Kramer im Tor, ohne Siegenthaler  und Störi. Amelio Tambini nach über einjähriger verletzungsbedingter Pause erstmals wieder in der Startaufstellung und mit dem Treffer zum 4:2.