U-Teams vor Saisonstart in Deitingen – Fanionteam mit Teampräsentation und Cupspiel
Das lange Warten hat ein Ende: Am Wochenende erfolgt der Auftakt in die neue Saison. Für die erste Mannschaft am Freitagabend mit der Teampräsentation an der Gewerbeausstellung in Kirchberg (19.00 im Eventzelt vor der Grossmatt) und am Sonntag mit dem Cup-Spiel beim 1. Ligisten Red Devils (19.00). Die U-Teams starten wegen der Gewerbeausstellung mit einer Heimrunde in Deitingen. Hintereinander treten die U16 (10.30 Zug), U18 (13.30 Uster) und die U21 (16.30 Uster) an.
Die U21 kommt mit dem Meister-Triple daher: 2024, 2025 und 2026. Der letzte Titel glückte im 12. April in der Verlängerung gegen Floorball Köniz Bern, durch ein Tor von Lars Schneider. Am Samstag beginnt die Verteidigung, ob sie erneut gelingt? Vier Spieler aus dieser U21 stehen diese Saison im L-UPL-Kader. Zwei fix, zwei voraussichtlich auf beiden Stufen, und alle vier sind bereits auf dem Teamfoto. Wer sie am Samstag in Deitingen beobachtet, sieht also ein Stück der ersten Mannschaft.
Die U18 und die U16 verfolgen die gleichen Ziele wie alle Jahre: Möglichst rasch zu einer Einheit finden, stetig Fortschritte machen, mit dem Abstieg nichts zu tun haben, was am einfachsten über eine Playoff-Qualifikation geht.
Fanionteam: Die Stunde der nächsten Generation?
Eine Woche später startet die Meisterschaft für das LUPL-Team mit einer anspruchsvollen Doppelrunde. Zum Auftakt wartet am Sa. 19.9. der amtierende Schweizer Meister Rychenberg Winterthur, ehe die Grün-Weissen sonntags um 19.00 Uhr zuhause auf Uster treffen. (Die Partie gegen die Zürcher musste aufgrund der Gewerbeausstellung in Kirchberg vom ursprünglich vorgesehenen Termin am 12. September verschoben werden).
Eigentlich war die erste Saison unter Tatu Väänänen als Cheftrainer bereits als «Reset» angekündigt worden. Nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Out vor zwei Jahren sollte der Finne dem Fanionteam des SV Wiler-Ersigen wieder mehr Stabilität, mehr Geschlossenheit und vor allem wieder mehr Identität verleihen. Nun geht Väänänen in sein zweites Jahr als Cheftrainer und die Ausgangslage präsentiert sich noch einmal deutlich akzentuierter: Der Rekordmeister steht vor einem weiteren Umbruch, diesmal weniger taktisch oder mental, sondern ganz konkret personell. Der SVWE verlor nicht einfach ein paar Kaderspieler, sondern einen Teil seiner unmittelbaren Durchschlagskraft. Persici und Galante standen für Skorerqualität, Kreativität und internationale Klasse. Bürki brachte Physis, Präsenz und Tempo in die Defensive. Bischofberger verkörperte Erfahrung, Ruhe und Spielintelligenz. Solche Profile lassen sich nicht eins zu eins ersetzen, schon gar nicht in einem Kader, das so dünn besetzt ist wie seit Jahren nicht mehr. Genau darin liegt aber auch die grosse Chance dieser neuen Saison.
Denn aus dem erfolgreichen U21-Serienmeisterteam rücken gleich mehrere Spieler nach (Brüder Oberli, Buri, Hirschi). Genau hier wird sich zeigen, wie tragfähig die vielzitierte SVWE-Kultur tatsächlich ist. Der Verein hat in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass er Spieler entwickeln, integrieren und an die Spitze führen kann. Doch diesmal ist die Aufgabe anspruchsvoller. Der Sprung vom dominanten U21-Team in die L-UPL ist gross. Tempo, Zweikampfhärte, Entscheidungsqualität und Konstanz sind auf höchster Stufe nochmals anders. Gleichzeitig bietet die knappe Kadersituation jenen Talenten eine Ausgangslage, wie sie Nachwuchsspieler selten vorfinden: Sie müssen nicht monatelang auf einzelne Einsätze warten, sondern können sich ihren Platz im Fanionteam im Ernstkampf erarbeiten.
Sportlich dürfte der SVWE deshalb anders aussehen als in der Vorsaison. Weniger abhängig von individueller Klasse, stärker geprägt von Tempo, Energie und kollektiver Arbeit. Vielleicht wird nicht alles sofort geschliffen wirken. Vielleicht wird es Phasen geben, in denen Erfahrung fehlt oder Spiele nicht mehr über einzelne Geistesblitze entschieden werden können. Aber gerade darin liegt der Reiz dieser Saison. Der Rekordmeister steht nicht vor einer Saison der grossen Namen, sondern vor einer Saison der Bewährung.
Die Ansprüche in Wiler-Ersigen bleiben traditionell hoch. Wer das SVWE-Trikot trägt, spielt nicht einfach mit, sondern spielt um Titel. Doch der Weg dorthin könnte diesmal ein anderer sein. Weniger Glanz auf dem Papier, mehr Entwicklung auf dem Feld. Weniger fertige Klasse, mehr Potenzial. Weniger Komfortzone, mehr Verantwortung für die nächste Generation. Ob daraus sofort wieder ein Meisterteam entsteht, wird sich zeigen. Sicher ist: Dieses Fanionteam wird Charakter brauchen. Es wird Rückschläge wegstecken müssen, junge Spieler integrieren und gleichzeitig den Anspruch eines Rekordmeisters verteidigen. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer könnte genau das besonders spannend werden. Denn selten war so offensichtlich, dass ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Nicht als Bruch mit der Vergangenheit, sondern als konsequente Fortsetzung dessen, was den SVWE seit Jahren stark macht: Nachwuchsarbeit, Siegermentalität und der Wille, sich immer wieder neu zu erfinden.

