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Trotz Ausgleich in der Serie bleiben viele Fragezeichen

Der SVWE gewinnt das zweite Playoff-Viertelfinalspiel mit 8:4 und gleicht damit die Serie gegen GC Unihockey zum 1:1 aus. Damit steht fest, dass die Serie am So. 22. März wieder nach Kirchberg zurückkommen wird. Jetzt hat der Rekordmeister aber zuerst zweimal auswärts die Chance, endlich Playoff-Niveau zu erreichen. Denn trotz des Sieges bleiben einige Fragezeichen, was die bisherige Performance betrifft.

Momentaufnahme: 2. Drittel, gespielt sind 25.19 Minuten. GC-Trainer Nico Berlinger (als Spieler Meister mit dem SVWE und GC) sieht sich gezwungen ein Time-Out zu nehmen. Soeben hat sein Team in 72 Sekunden drei Gegentore kassiert und liegt damit mit 2:6 im Hintertreffen.
Und Berlinger erreicht sein Ziel. Sein Team kann sich schütteln und der Gegner verliert seinen Drive komplett. Wie schon im Auftaktspiel verliert der SVWE den Faden erneut. Der Meisteraspirant verfällt in einen kompletten Verwaltungsmodus. Angesichts der vier Tore Führung scheinbar verständlich, aber wenn man dann in der Defensive so sorglos agiert, muss man sich nicht wundern, wenn der Gegner nochmal ins Spiel zurückfindet.
Beim 3:6- Anschlusstor ist die SVWE-Abwehr im kollektiven Tiefschlaf und lässt sich von einem schnell ausgeführten Freistoss übertölpeln (37.). Noch bitterer der Anschlusstreffer nur 14 Sekunden vor Drittelsende. Die Paradeformation Wilers bleibt zuerst viel zu lange auf dem Feld und lässt sich dann von einem Laufspiel Biers naiv übertölpeln. Die beruhigende Führung war im dümmsten Moment futsch und damit begann es in den Köpfen beim Heimteam logischerweise zu rattern. Völlig unnötig gegen einen Gegner, der sonst schon nicht viele Offensivwaffen hat und dazu noch auf Topskorer Bolin verzichten musste.

Folgende Fragen muss man sich stellen:
Wie kann es sein, dass die erste Formation es nicht schafft, ihren Topskorer Galante in Abschlusspositionen zu bringen. 33 Qualitore hatte der schwedische Rekordschütze erzielt. Jetzt erzielte Galante mit dem «Empty netter» in der Schlussminute seinen ersten Treffer.

Wie kann es sein, dass die zweite Formation, gespickt mit Natispielern spielerisch so viel Mühe hat und viel zu viele Bälle mit stocktechnischen Mängeln verliert. Stellvertretend für die Harmlosigkeit: Captain Louis hatte seinen ersten Abschluss in der 59. Minute und traf gleich zum 7:4.

Wie kann es sein, dass GC über viele Spielphasen die Mehrheit der zweiten Bälle holt und spritziger wirkt als der Rekordmeister.

Wie kann es sein, dass GC-Verteidiger Kay Bier immer wieder zu seinen gefährlichen Abschlüssen von der Mittelline kommt, ohne dass ein SVWE-Spieler blockt, oder zumindest mit Stockarbeit stört. Zwei Gegentore und viele Nerven bei weiteren Chancen hat dies bereits gekostet.

Positiv zu erwähnen ist primär die dritte Formation, welche in der Angriffsauslösung zwar zögerlich agiert, aber nach zwei Spielen mit einer 3:0-Bilanz dasteht. Dabei erzielte Deny Känzig endlich sein erstes Tor nach seinem Comeback. Seinen ersten Playoff-Treffer im SVWE-Dress erzielt zudem Claudio Schmid.

Fazit: Die Serie ist ausgeglichen, der SVWE kann erstmals durchatmen. Aber jetzt gilt es zweimal auswärts in der Hardau zu bestehen. Und einen Sieg in Zürich wird es so oder so brauchen, wenn der Rekordmeister die Serie gewinnen will. Und dies kann auch gelingen, wenn sich das Team steigern kann und die richtigen Lehren aus den beiden ersten Partien zieht.

SV Wiler-Ersigen – Grasshopper Club Zürich 8:4 (3:2, 3:2, 2:0)
Sportanlage Grossmatt, Kirchberg BE. 513 Zuschauer. SR Colacicco/Roth.
Tore: 1. R. Hostettler (M. Frei) 0:1. 10. G. Persici (L. Persson) 1:1. 14. R. Gasparik (T. Döbeli) 2:1. 16. K. Bier (P. Riedi) 2:2. 17. L. Persson (G. Persici) 3:2. 25. C. Schmid (N. Siegenthaler) 4:2. 26. (Eigentor) 5:2. 26. D. Känzig 6:2. 37. T. Stäubli (P. Riedi) 6:3. 40. J. Rüegger (T. Stäubli) 6:4. 59. M. Louis (L. Persson) 7:4. 60. A. Galante Carlström (L. Persson) 8:4.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen. 1mal 2 Minuten gegen Grasshopper Club Zürich.
Bemerkungen: SVWE mit Kramer im Tor, ohne Tambini, Vogt und Thöni.

 

LUPL-Playoff-Viertelfinal:  SVWE vs. GC Unihockey (alle Heimspiele in der Grossmatt, Kirchberg)  – Stand 1:1
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Spiel 1:
SVWE vs. GC Unihockey 3:4 n.Pen.
Spiel 2: SVWE vs, GC Unihockey 8:4
Spiel 3: GC Unihockey vs SVWE, Sa. 14.3. 17.00
Spiel 4: GC Unihockey vs SVWE, Mi. 18.3. 19.30
Spiel 5: SVWE vs GC Unihockey, So. 22.03. 17.00
ev Spiel 6: GC Unihockey vs SVWE,  Mi. 25.3. 19.30
ev. Spiel 7: SVWE vs GC Unihockey, Sa. 28.03. 17.00